Archiv des Autors: DojoAdmin

Bericht zur 29. Enteki Meisterschaft 2020

(Ein Bericht von Peter Fey)

Es gibt Momente, in denen der Bogenweg zuweilen sehr steil und unwegsam erscheint. In diesem Jahr wurden uns Kyudoka diese Momente durch die globale Corona-Pandemie beschert.     Aktivitäten, die sonst zum gewohnten Wochenablauf gehörten, waren plötzlich nicht mehr möglich. Trainingseinheiten entfielen teils für eine sehr lange Zeit und auch große Veranstaltungen, wie die deutsche Meisterschaft mussten abgesagt werden, da sie in Hallen stattgefunden hätten und dies mit den Auflagen nicht vereinbar gewesen wäre.

Umso erfreulicher war für uns die Nachricht, dass die 29. Enteki Meisterschaft stattfinden würde. Zum nunmehr dritten Mal in Folge durften wir vom Düsseldojo dieses Event ausrichten und passenderweise bekam die Meisterschaft dieses Jahr auch den treffenden Beinamen „Corona Cup“.

Natürlich gab es in diesen turbulenten Zeiten Einiges zu beachten. Das Schießen selbst fand, wie üblich, in einem extra dafür errichteten Zelt statt, dass genug Platz bot, um die Abstände einzuhalten und das mit seinen drei Öffnungen zu allen Seiten mehr als ausreichend Lüftung bot. Die Wettergötter meinten es an diesem Enteki-Wochenende sehr gut mit uns und so konnten wir uns bei durchweg angenehmen sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein im Freien aufhalten. Die Vereinsräumlichkeiten, in denen Chantik wieder einen (sehr gut frequentierten) Verkaufsstand aufgebaut hatte, durften zwar nur mit maximal 4 Personen gleichzeitig und unter Tragen eines Mund-Nase-Schutzes betreten werden, aber mit der im Kyudo üblichen Rücksichtnahme und räumlichen Aufmerksamkeit war dies kein Problem.

Vor dem Team-Wettbewerb am Samstag Nachmittag fand ein freies Training statt und man konnte spüren, wie freudig viele Teilnehmer diese Möglichkeit zum Enteki-Training nutzten. Nach mehreren Runden individuellen Schießens wurden dann die Teams ausgelost und in einer zweiten Trainingseinheit konnte man bereits komplett im Team Timing und Abstimmung üben.

Im Teamwettbewerb des Corona Cup starteten insgesamt 10 Teams mit 3 Mitgliedern und ein Team mit 2 Mitgliedern, das aber entsprechend mehr Pfeile schießen durfte. Insgesamt wurden je Team über 2 Runden 16 Pfeile geschossen. Auch mit Abstandsregeln ging das sehr flott von statten und man musste aufpassen, seinen Einsatz nicht zu versäumen.

Für mich war es nach dem 99Pfeile-Wettkampf in Aachen erst der zweite Wettkampf überhaupt. Der kleine Rest Aufregung war aber schon nach dem freien Training mit meinen sympathischen Teammitgliedern Dagmar und Thomas verflogen.

Schon bei den Schüssen der ersten Teams konnte man häufiger den markanten dumpfen Ton hören, wenn ein Pfeil (zumindest) den Pfeilfänger getroffen hatte. Viele Pfeile konnte man auf die Entfernung von 60 Metern nur schwer sehen und so mussten wir jeweils bangen, bis der Wettkampfrichter Shige Kameo, K 6. Dan und Sven Zimmermann, R 6.Dan mit Unterstützung des CL-Anwärters Stefan Haupt die Trefferaufnahme beendet und das Ergebnis auf der Übersichtstafel vermerkt hatten.

Schließlich war auch mein Team an der Reihe. Ich war Ochi und muss sagen, dass es als Anfänger sehr angenehm ist, wenn man einen erfahrenen Schützen direkt vor sich hat und sich dessen Ruhe und Gelassenheit sich dann auf einen überträgt. Vielleicht war es beim ersten Schuss dann aber zu viel Ruhe und Gelassenheit. Die Sehne wollte sich einfach nicht aus der Sehnengrube lösen und so musste ich meinen ersten Pfeil fallen lassen. Shige-San der uns aufmerksam beobachtete, hat ihn dann auch gleich entfernt und ich konnte mich nahtlos wieder in den Ablauf einfügen.

Also noch einmal durchatmen. Nicht irritieren lassen und so weiter machen, wie unser Trainer Johannes es uns gezeigt hatte.  Alle weiteren 7 Schüsse flogen dann auch in Richtung Ziel und 4 davon trafen sogar die Scheibe. Zusammen mit den 4 Treffern von Thomas und einem weiteren von Dagmar, die auch zum ersten Mal überhaupt Enteki geschossen hatte, kamen wir auf ein Gesamtergebnis von 9 Treffern und das reichte tatsächlich, um den ersten Platz zu holen.

Dicht dahinter mit 8 Treffern lag das Team von Christoph W., Thomas A.  und Robert O. Im Kampf um Platz 3 kam es zu einem 4-fach Stechen der Teams mit 7 Treffern. Am Ende setzte sich hier das einzige 2er Team im Feld mit Manfred R. und Manfred J. durch.

Der Spaß sollte beim Corona Cup im Vordergrund stehen und das war Dank des reibungslosen Ablaufs, der fleißigen Helfer und der Energie und Freude der Teilnehmer auch zu spüren.

Nach der Siegerehrung fanden wir uns dann alle zum Gruppenfoto ein und ließen danach den Tag langsam ausklingen, denn es sollte bereits am Sonntag Vormittag mit dem Einzelwettbewerb weitergehen.

Zum Einzelwettbewerb traten insgesamt 23 Schützen an, die über 5 Runden insgesamt 20 Pfeile schossen. Mit Blick auf die Landesverbände könnte man die Einleitung von Asterix bemühen, um den Wettkampf zu beschreiben:

„Wir schreiben das Jahr 2020 nach Christus und die vorderen Plätze der Enteki-Einzel-Meisterschaft sind von den Bayern besetzt. Alle vorderen Plätze? Nein! Ein unbeugsamer Berliner hört nicht auf den Bayern Widerstand zu leisten…“

Nachdem sich Ingrid Hauser (BAY) nach zwei perfekten Runden mit jeweils 4 Treffern schon einen kleinen Vorsprung auf alle anderen Teilnehmer verschafft hatte, konnten Martin Lenz (BAY) und Thomas Stier (BER) in den Folgerunden nicht nur aufholen, sondern sich sogar nach vorne absetzen. Nach spannenden 5 Runden holte sich Martin Lenz mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur einem Treffer mit insgesamt 16 von 20 Pfeilen den Sieg. Platz 2 ging an Thomas Stier mit 15 Treffern und Platz 3 an Ingrid Hauser mit 13 Treffern.

Diese Treffsicherheit war sehr beeindruckend und zeigt, was mit jahrelangem, intensivem Training auch auf diese große Entfernung möglich ist.

Durch die gute Organisation des Wettkampfes kam ich in diesem Jahr als Kanteki deutlich weniger zum Beobachten der Schützen. Die einzelnen Gruppen wechselten schnell und effizient durch. Die kurzen Momente zwischen dem Pfeilholen nutzten wir Anfänger dennoch ausgiebig für Midori Geiko (Lernen durch Zuschauen) und ich kann jedem, der noch am Anfang des Bogenweges steht nur empfehlen, bei solchen Events auch als Helfer dabei zu sein. Die Technik der erfahrenen Schützen zu sehen ist immer wieder lehrreich, wie faszinierend.

So ging der Sonntag auch sehr schnell zu Ende und nach der Siegerehrung im Einzelwettkampf und dem abschließenden Gruppenfoto machten sich viele glückliche Teilnehmer auf dem Heimweg und wir sehen uns hoffentlich im nächsten Jahr zum 30. Jubiläum der Enteki-Meisterschaft wieder.

Mir bleibt an dieser Stelle nur noch ein herzliches Dankeschön an die Wettkampfleitung, alle Teilnehmer und alle fleißigen Helfen. Es war eine Freude beim ersten (und vielleicht einzigen) Corona Cup dabei zu sein.

Workshop 23. August 2020

Nachdem der erste Workshop dieses Jahres -trotz der besonderen Umstände- reibungslos und erfolgreich umgesetzt werden konnte, folgte auch der zweite Workshop am 23. August.

Auch diesmal gab es wieder ein Novum. Der sonst auf zwei Tage angelegte Workshop wurde diesmal nur am Sonntag durchgeführt. Ein entsprechend straffes Programm erwartete unsere Teilnehmer. Um es vorwegzunehmen: Die Teilnehmer meisterten auch das umfangreichere Programm mit weniger Pausen mit Bravour und einige hätten sogar eine noch höhere Geschwindigkeit anschlagen können selbst bei sommerlichen 25 Grad und entsprechenden Temperaturen im Dojo.

Wie auch bei den zweitägigen Workshops gab es zunächst eine Vorstellungsrunde und dann von Trainer und Seminarleiter Johannes eine kleine Einführung, was die Essenz des Kyudo ist.

Danach konnten auch schon die ersten Übungen mit dem Ziehgummi beginnen. Ziel war es die einzelnen Schritte des Schießens zu erfahren, die Grundlagen zu verstehen und auch ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Kraft es braucht das Ziehgummi und später dann die Sehne auszuziehen.

Diese Grundlagen wurden in der ersten Hälfte des Workshops ausgiebig geübt. Neben dem korrekten Setzen der Füße (Ashibumi) und dem Heben des Ziehgummis wurde vor allem das enorm wichtige korrekte Setzen der linken Hand (Tenouchi) und das draus resultierende starke Drehen der Hand im Abschuss verbessert.

Nach einer kleinen Pause konnte dann auch mit den ersten Übungen am Bogen begonnen werden. Hierbei konnte man durchaus sehen, dass auch schon der Umstieg von den „nur“ 3 bis 4kg Zuggewicht der Ziehgummis auf die mindestens 6 bis 7 kg Zuggewicht der Vereinsbögen die Teilnehmer forderten.

Nachdem der Bogen von allen Teilnehmern mehrfach ausgezogen worden war und auch das Flitschen noch einmal vertieft wurde, um zu sehen, wie sich die Sehne durch das Drehen der Linken Hand bewegt, konnten auch die ersten Schüsse auf die Makiwaras abgegeben werden.

Das war für mich im letzten Jahr dann auch einer der interessantesten Momente. Und auch in diesem Jahr konnte man aus den Gesichtern der Teilnehmer ablesen, wie es Ihnen bei den ersten Schüssen erging. Angefangen bei der ungewohnten Anstrengung, über die Verblüffung, wie komplex die gesamte Bewegung mit Pfeil und Bogen sein kann, bis hin zur Freude über einen gelungenen Abschuss war alles dabei.

Der Tag verging wie im Fluge und beim abschließenden Feedback-Gespräch konnten wir vom Düsseldojo noch einmal wertvolle Hinweise mitnehmen, mit denen wir in Zukunft die Workshops noch weiter verbessern können. Insgesamt hatte der eintägige Workshop wunderbar funktioniert und alle Teilnehmer konnten neue Erfahrungen und einen guten Einblick in die Welt des Kyudo mit nach Hause nehmen.

Für vier Teilnehmer, die weitermachen wollen, geht es jetzt im Oktober weiter. Im Probemonat erhalten sie einen Einblick in den üblichen Trainingsablauf und können die Grundlagen, die sie im Workshop gelernt haben, weiter vertiefen. Wir freuen uns bereits auf die Neuen und die Workshops im nächsten Jahr, dann hoffentlich ohne Corona-Einschränkungen.

In diesem Sinne, Danke an alle Teilnehmer, fleißigen Helfer und natürlich an Johannes und Darlene für die Durchführung des Workshops. Bleibt gesund!

1. Kyudo Workshop 2020

(Dieser Bericht wurde von unserem Mitglied Peter erstellt, der im letzten Jahr am Anfängerkurs teilgenommen hat und dieses Jahr als Helfer die Veranstaltung unterstützt hat.)

Wege sind nicht immer einfach zu bestreiten. Das gilt auch für den Bogenweg. Es warten Abzweigungen, Hindernisse und Teilstrecken, die sich lange ziehen können.

Die Teilnehmer unseres ersten Kyudo Workshops begannen ihren Weg auch direkt unter besonderen Umständen. Durch die Covid19 Pandemie konnte der Kurs nicht wie üblich mit 18 Teilnehmern stattfinden und auch sonst gab es viele Dinge zu beachten.

Der Workshop wurde ein wenig verkleinert und so koordiniert, dass jeder der Teilnehmer genug Abstand zu den anderen hatte. Es lagen Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken bereit und wir hatten vorher das Dojo und alle Gerätschaften desinfiziert. 

So vorbereitet konnten am letzten Samstag und Sonntag im Mai zwölf Teilnehmer unter professioneller Anleitung von Johannes Maringer ihre ersten Schritte auf dem Bogenweg wagen.

Die Vorfreude und Spannung waren zu spüren und viele Teilnehmer fanden sich früh ein, was uns die Möglichkeit für einen Austausch gab.

Nachdem alle eingetroffen waren und sich angemeldet hatten ging es direkt ins Dojo.

Dort begannen wir mit einer Vorstellungsrunde. Es ist immer wieder interessant zu erfahren, welche Beweggründe es gibt, mit Kyudo zu beginnen und welche Berührungspunkte die Teilnehmer und auch die Mitglieder bereits mit Japan und dem Bogenschießen hatten.

Einen ersten Eindruck von den Abläufen, der Harmonie und der Eleganz des Kyudo bekamen die Teilnehmer dann durch das Vorschießen von Darlene und Johannes. Danach begannen auch schon die Übungen mit der Zwille. Man sagt „Aller Anfang ist schwer“ und das trifft auch auf Kyudo zu. Direkt zu Beginn lernten unsere Besucher die achte Bewegungsformen:

Das Ausrichten zum Ziel und das korrekte Setzen der Füße.

Das Einnehmen der richtigen Körperhaltung.

Das Greifen des Bogens.

Das Heben des Bogens.

Das Aufspannen/Ausziehen des Bogens und der Vollauszug.

Die Balance von Körper und Geist vor dem Abschuss.

Die Bewegung und Arbeit der linken Hand.

Der Abschuss, die Haltung nach dem Abschuss und das zurückführen der Hände.

Das waren viele Schritte und Details, die gelernt und verinnerlicht werden mussten, aber die Teilnehmer waren eifrige dabei und schnell wurden erste Erfolge sichtbar und die Bewegungsabläufe nahmen an Eleganz und Leichtigkeit zu.

Wer viel lernt, sollte keinen leeren Magen haben. Daher gab es neben den kleineren Trinkpausen im Freien auch eine große Pause zur Stärkung bei der es allerlei Leckereien gab, die unsere Helfer schon vorbereitet hatten.

Neben den praktischen Übungen am Ziehgummi vermittelte unser Trainer Johannes auch Wissen zu Geschichte, Ausrüstung, Besonderheiten, Etikette und vielen Dingen mehr, die Kyudo so interessant und spannend machen.

Welche Fortschritte auf dem Bogenweg gemacht werden konnten und wie das Schießen und die Bewegungsformen nach einem oder zwei Jahren Übung aussehen, zeigten die Helfer und Vereinsmitglieder dann bei einem kleinen Vorschießen auf das nahe Ziel, die Reisstrohrolle (Makiwara). Alle Schützen hatten selbst erst ein Jahr oder zwei Jahre zuvor den Workshop besucht und damit ihren Weg begonnen.

Danach konnten die Teilnehmer selbst erste Erfahrungen damit machen, wie sich der Yumi, der japanische Langbogen anfühlt und wie beeindruckend die mehr als 2,21 Länge der Bögen sein kann. Nachdem der korrekte Griff am Bogen angesetzt wurde, folgten erste kleine Übungen zum Ausziehen des Bogens und anschließend zum „flitschen“ der Sehne bei kurzem Auszug und dem wichtigen Arbeit, die von der linken Hand verrichtet werden muss, um den Bogen zu drehen.

Bereits am Ende des ersten Tages war es soweit – die Teilnehmer konnten unter Anleitung von Johannes das erste Mal selbst den doch recht komplexen Ablauf vor dem Makiwara üben und anschließend auch ihre ersten Pfeile auf die Reisstrohrolle schießen. Die Abläufe wurden dann auch intensiv geübt und mit Hilfe der Hinweise unseres Trainers verbessert. Am Ende des zweiten Tages hatten sich Haltung, Fluss der Bewegung, der Griff am Bogen und insgesamt die Ausstrahlung der Teilnehmer beim Schießen deutlich verändert.

Mit zahlreichen Informationen, praktischen Erfahrungen und motivierenden Eindrücken sind unsere Kursbesucher ihre ersten Schritt auf dem Bogenweg gegangen und wir freuen uns, dass sich auch in diesem Jahr wieder einige neue Kyujin gefunden haben, die mit uns gemeinsam all die Herausforderungen und Hindernisse des Bogenweges überwinden wollen.

Auch im nächsten Jahr wird es wieder einen Workshop für Anfänger geben, dann hoffentlich ohne die Corona-Einschränkungen.

Bis dahin empfehlen wir allen, die noch mehr über Kyudo in NRW und Anfängerkurse in anderen Vereinen wissen wollen, einen Blick auf die Seite des Nordrhein-Westfälischen  Kyudo Verbands e.V. (NWKyuV e.V.):  

www.kyudo.nrw

Kyudo Workshop II – 23. August 2020 – ausgebucht

Dank der sehr hohen Nachfrage ist nun auch der Anfängerkurs für den 23. August 2020 ausgebucht. Wir bedanken uns bei allen Interessenten.

Weitere Kyudo-Workshops werden im Juni nächsten Jahres stattfinden. Wir informieren euch hier auf der Seite, sobald dazu die Termine stehen.


Euer Düsseldojo Vorstand

5. Koi Taikai (2020) abgesagt

Durch die anhaltenden Einschränkungen im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie muss unser diesjähriges Koi Taikai leider ausfallen. Damit verschiebt sich das 5. Koi Taikai auf nächstes Jahr.

Kommt bei Fragen gern auf uns zu.

Bleibt gesund und bis hoffentlich bald.

Euer Düsseldojo Vorstand

Neujahrsschießen im Düsseldojo

Ein Bericht von Peter Fey

Die Kyudoka vom Düsseldojo begrüßen das Jahr der Ratte. Voller Vorfreude und gut vorbereitet fanden wir uns dazu am Samstag dem 11.01.2020 zum Neujahrsschießen am Aderdamm ein.  Bei schönstem Neujahrswetter bereiteten wir gemeinsam mit unseren Gästen aus Mönchengladbach das Dojo vor. Das Kyudo-Jahr konnte nun beginnen.

Nach der Begrüßung der Anwesenden Kyudoka leitete Johannes Maringer mit einem Yawatashi das Kagami Biraki ein. Das dabei alle Pfeile sicher ihr Ziel fanden ist sicher ein gutes Zeichen für ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr.

Im Anschluss starteten alle sicheren Mato-Schützen mit einem Heki-Taihai ins Jahr der Metallratte. Für die Jüngeren unter uns war es nicht nur das erste Taihai 2020, sondern auch das erste Taihai zu fünft. Eine spannende und sehr lehrreiche Erfahrung.

Der lockere Part mit Mato Asobi, den Zielspielen begann nach einer kurzen Stärkung durch die zahlreichen mitgebrachten Leckereien. Für die traditionell durchgeführten Zielspiele hatten wir bereits im Dezember verschiedene Mato und andere Ziele vorbereitet. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Künstler, die unser Neujahrsschießen mit wunderschönen Matos zu einem besonderen Erlebnis machten.

Beim Mato Asobi hatte jeder Schütze einen Pfeil für eines der insgesamt 20 verschiedenen Ziele. Die dreifarbigen Mato und das ANKF-Mato waren dabei noch die leichteren Ziele. Schwierig wurde es bei Fächer, Helm oder dem Iwari. Das vermeintlich einfachste Ziel, das O-Mato, eine Zielscheibe von etwa einem Meter Durchmesser, entpuppte sich dann doch als psychischer Prüfstein, da die Angst hier zu verfehlen, doch besonders groß war.

Am Ende konnten wir aber auch hier zahlreiche Treffer landen. Die zielsicherste Schützin des Neujahrschießens war Darlene Maringer, die sich mit insgesamt 74 Punkten den Sieg sicherte. Nur einen einzigen Punkt dahinter kam unser Gast Bernd Thewes aus Mönchengladbach mit 73 Punkten auf Platz 2.  Den dritten Rang sicherte sich ebenfalls ein Mönchengladbacher, Detlef Foth mit 35 Punkten.

Für uns war das Neujahrsschießen ein wundervoller Start und wir wünschen allen Kyudoka im Jahr der Metallratte Gesundheit, Erfolg und große Fortschritte auf dem Bogenweg.

Offene 28. deutsche Enteki-Meisterschaft 2019 im Düsseldojo – Von lauten und leisen Tönen

Ein Bericht von Peter Fey

Nachdem der Kyudoverein Düsseldojo bereits das Enteki-Event im letzten Jahr ausgerichtet hatte, war es am 07. und 08. September diesen Jahres wieder so weit. Wir luden zu den offenen 28. Enteki- Meisterschaften nach Düsseldorf ein und 33 Schützen aus 7 Bundesländern, sowie Gäste aus Frankreich, Großbritannien, Ungarn und den Niederlanden trafen sich zu einem spannenden Wettkampf.
Für mich als Anfänger auf dem Bogenweg war es das erste Event dieser Art und es wird mir lange in Erinnerung bleiben. Die zwei Tage beeindruckten besonders durch den starken Kontrast lauter und leiser Töne.
Bereits in den Tagen vor dem Event waren zahlreiche Helfer eifrig damit beschäftigt das Event bestens vorzubereiten. Am Samstag den 07. September war es dann so weit. Während noch die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, trafen bereits die ersten Kyudoka ein. Die Vorfreude war spürbar.
Das Event startete mit einer eindrucksvollen Zeremonie des Wettkampfleiters Shigeyasu Kameo. Die gespannte Stille der Zuschauer und Kameos standen im krassen Gegensatz zum Donnergrollen des vorbeiziehenden Gewitters in der Ferne. Besser hätte das Event nicht starten können und auch der Wettergott war uns danach gewogen und wir konnten uns Samstag und Sonntag bis auf seltene Schauer über sonnige Wettkämpfe freuen.
Als Kanteki beobachtete ich nicht nur den Pfeilflug sehr genau, sondern auch die Technik der anwesenden Kyudoka. Lernen durch Beobachten – für uns Anfänger war der Wettkampf gleichzeitig ein 2 Tage währendes Seminar.
Am ersten Tag im Einzelwettkampf wurden insgesamt 4 Runden a 4 Pfeile geschossen. Auch ohne hinzusehen ließen sich feine, aber sehr klare Unterschiede heraushören, wenn die Teilnehmer auf das 60 Meter entfernte Ziel schossen. Ob helles Sirren, kraftvolles Zischen oder ein gespenstisch leiser Schuss, bei dem nur Abschuss und der folgende Treffer hörbar waren – es war alles dabei.
Den Titel holte sich Stefan Brendel aus Bayern mit 11 Treffern von 16 Pfeilen. Lediglich einen einzigen Treffer hinter ihm belegte Anna Rykov aus Hessen den zweiten Platz. Der dritte Platz wurde im Enkin entschieden. Ingrid Haußner und Dirk Mühlbrandt schossen jeweils einen Pfeil ab und Dirk Mühlbrandt sicherte sich mit einem satten Treffer im inneren Kreis den dritten Platz.
Nach der konzentrierten Stille im Wettkampf war es am Abend Zeit für kraftvolle laute Töne. Die Taikogruppe „Taiko Miyabi“ fesselte die Teilnehmer mit ihrer Vorführung im Dojo. Wo sonst konzentrierte Kyudoka des Düsseldojo in Stille trainieren, heizten nun galoppierende Rhythmen und durchdringend klares japanisches Flötenspiel den Zuschauern ein. Vielen Dank an dieser Stelle an Yuko Kojima-Bauer und ihr Team.
Leise und gemütlich endete der erste Wettkampf-Tag mit einem abendlichen Buffet und vielen interessanten, unterhaltsamen und lehrreichen Gesprächen.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Mannschaftswettbewerbs und der gleichzeitig durchgeführten Goldenen Mato-Meisterschaft. Im 50sten deutschen Kyudo Jahr wurde erstmals in Teams um den Sieg gerungen.
Den Teilnehmern war anzusehen, dass dies etwas Besonderes war und die von Allen geteilte Begeisterung für den Bogenweg ließ sich aus den Gesichtern ablesen.
Mit beeindruckenden 19 Treffern, von denen allein 9 Treffer aus der letzten der drei Runden stammten, setze sich das bayrische Team ganz klar von den Verfolgern ab und holte sich verdient Platz 1.
Auch im Mannschaftsschießen musste die Entscheidung der Plätze 2 und 3 durch Enkin herbeigeführt werden. Das Team aus Hamburg und das gemischte Team aus NRW und Niedersachsen konnten jeweils 13 Treffer vorweisen und mussten damit ins Stechen. Dort hatte das Hamburger Team am Ende die Nase eine Nockenlänge vorn und holte sich den zweiten Platz.
Noch deutlich knapper ging es in der gleichzeitig durchgeführten Goldenen Mato-Meisterschaft zu. Auch hier könnte man den Sieger mit den Worten „Wea ko, dea ko“ ankündigen, denn auch hier sicherte sich mit Martin Lenz am Ende einer unserer bayrischen Gäste mit zwei Treffern den Sieg.
Der zweite und der dritte Platz allerdings musste durch ein Dreifach-Enkin entschieden werden. Ich war vermutlich gespannter, als die drei Schützen Ulrich Grußendorf, Arndt Hellwig und Shigeyasu Kameo. Am Ende entschieden nur wenige Zentimeter die Plätze. Arndt Hellwig sicherte sich knapp vor Shigeyasu Kameo den zweiten Platz.
Mit der Siegerehrung, einer Danksagung an die Wettkampfrichter, die uns sicher und sehr charismatisch durch den Wettkampf geleitet hatten endete auch der zweite Tag und viele glückliche Kyudoka machten sich auf dem Heimweg, bepackt mit vielen neuen Erfahrungen und der ein oder anderen Auszeichnung.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei allen Teilnehmern, den Wettkampfrichtern, meinem Trainer Johannes und meinen Senpais, Mike, Jonas und Martin zu bedanken. Das Wochenende hat mich auf meinem Bogenweg sehr viel weitergebracht und ich brenne bereits auf das nächste Event und darauf selbst (hoffentlich) bald an solchen Wettkämpfen teilnehmen zu können.

Sommer-Anfängerkurs 2019 im Düsseldojo

(Dieser Bericht wurde von unserem Mitglied Ralf erstellt, welcher im letzten Jahr an dem Anfängerkurs teilgenommen hat und in diesem Jahr als Helfer die Veranstaltung unterstützt hat.)

Am ersten Juniwochenende organisierte der Kyudo Verein Düsseldojo, wie bereits im letzten Jahr, ein Einsteigerkurs für Menschen, die Kyudo, das traditionelle japanische Bogenschießen, kennen lernen wollten.

Vor fast genau einem Jahr hatte ich diese Möglichkeit auf dem Vereinsgelände am Aderdamm selber genutzt und übe mich seit dem, zusammen mit anderen Mitgliedern des Vereins, auf dem Weg des Bogens.
So war es für mich besonders spannend, nun als Helfer des Dojoleiters Johannes und der Assistenten Darlene, Angie und Jonas am zweiten Seminartag teilzunehmen und die 16 Einsteiger, ähnlich wie mich selber vor einem Jahr, zu erleben.

Der erste Tag begann mit einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde. Die Mitglieder vom Kyudo Verein Düsseldojo berichteten über Ihren Bogenweg, Erfahrungen und die Faszination Bogenschießen.
Der Workshop wurde mit einen Vorschießen eröffnet, danach begann die Übung mit Zwille und den 8 Bewegungsstufen: Ausrichtung zum Ziel, setzen der Füsse, Körperhaltung, greifen von Ziehgummi, heben und aufspannen, vollauszug, körperliche und geistige Arbeit vorm Abschuss, Arbeit der linken Hand, Abschuss und zurückführen der Hände.

Am zweiten Tag wurden bei hochsommerlichem Wetter die Übungen vom Vortag wiederholt und vertieft, die Teilnehmer nahmen die acht Positionen eines Schießvorganges ein und übten die Bewegungen mit der Zwille als Vorbereitung zum Umgang mit dem Bogen.
Die Übungsleiter betreuten die einzelnen Gruppen und gaben unermüdlich Tipps, um den Ablauf zu verbessern.

Zwischen den praktischen Übungen gab Johannes Informationen zu Geschichte, Material und anderen Themen rund um das Kyudo, um den Einsteigern ein umfassendes Bild zu vermitteln.
Auch für die notwendigen Pausen und Verpflegung war gesorgt, schließlich forderten die neuen Eindrücke und Erfahrungen sowie die hohen Temperaturen viel Energie von den Teilnehmern.

Als der Umgang mit der Übungszwille sicherer geworden war, wurde diese gegen den japanischen Bogen ausgetauscht. Zuerst wurde die Sehen nur ein kurzes Stück ausgezogen und losgelassen, danach dann der volle Auszug mit eingelegtem Pfeil und noch ohne Abschuss.
Als auch dieser Ablauf eingeübt war, konnten die Teilnehmer auf eine etwa zwei Meter entfernte Strohrolle („Makiwara“) schießen.
Hierbei waren die vier Betreuer besonders gefordert, da dieses erste Schießen gerade für Einsteiger einen komplexen Bewegungsablauf darstellt.

Zum Ende des Seminars gab es dann als Abschluss die Möglichkeit, dass Schießen auf 28 Meter Entfernung auf eine Zielscheibe („Mato“) zu probieren.Ich fand es mutig, dass alle Teilnehmer diese anspruchsvolle Aufgabe angenommen hatten, besonders nach den erst wenigen Stunden des Übens.
Nachdem auch dieser letzte Abschnitt des Tages gut geschafft war, konnte jeder in einer kurzen Abschlussrunde von seinen Erfahrungen berichten.

Ich hatte den Eindruck, dass alle Teilnehmer einen intensiven Eindruck des japanischen Bogenschießens gewonnen hatten und auch einige diesen spannenden Weg des Bogens im Verein weitergehen wollen.

4. Koi Taikai (2019)

Am Mittwoch, den 1. Mai 2019, haben wir unseren 4. Koi-Taikai ausgerichtet.
Der Koi-Taikai ist ein Wettkampf, bei dem in 5 Runden je 4 Pfeile auf unterschiedlich große Mato (13 – 51 cm) aus 28 m Entfernung geschossen werden. Jeder Treffer wird gleich gewertet und es ist immer wieder erstaunlich, wie vergleichsweise gut die kleinen und wie vergleichsweise schlecht die großen Zielscheiben getroffen werden. Besonders beim größten Mato ist man oft nicht fokussiert genug, da es vermeintlich nicht verfehlt werden kann.

Für den Koi-Taikai wurde unser Dojo von unseren hilfsbereiten Mitgliedern liebevoll hergerichtet. Seitlich zum Schießbereich wurden Koi-Fahnen aufgehangen, die sich sanft durch die Luft bewegten.

Nach dem Eintreffen der Teilnehmer aus den umliegenden Kyudo Vereinen, begann der Wettkampf pünktlich um 11 Uhr.

Nach 5 spannenden Runden konnte sich Darlene aus dem Düsseldojo zum 3. Mal in Folge mit 8 Treffen durchsetzen und sich somit erneut auf unserem Wanderpokal verewigen. Auf dem zweiten Platz folgte Sabrina aus dem Kyudo Verein Niederrhein mit 7 Treffern, den dritten Platz konnte Mirco aus dem Düsseldojo mit 6 Treffen für sich entscheiden.

Während und nach dem Wettkampf wurden die Teilnehmer und Gäste durch unsere Mitglieder mit Essen und Getränke versorgt. Mit der Siegerehrung und der Übergabe von Urkunden und Preise endete der 4. Koi-Taikai. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und bei unseren Helfern für diesen schönen Wettkampf!