Unser Weg zum Bogen

Ein Bericht von Martha Pechan

Am 17.07.2022 besuchten meine Schwester Greta und ich den Kyudo Workshop im
Düsseldojo. Es war warm, und eine angenehme Stille herrschte in der gesamten
Umgebung. Erfahrungen hatten wir keine, weder im Kyudo noch in anderen asiatischen
Kampfsportarten. Es war also eine völlig neues Erlebnis.

Aber wie sind wir zum Kyudo gekommen?
Da bereits ein Interesse gegenüber der asiatischen Kultur bestand, setzten wir uns
nach und nach auch mit den Kampfsportarten auseinander. Durch ein Anime,
welches das Thema Kyudo behandelte, recherchierten wir im Internet, ob es einen
Kyudo Verein hier in Düsseldorf gab und so kamen wir zum Düsseldojo. Beim
Durchgehen der Webseite, sahen wir das es einen Workshop gab und meldeten uns
an.

Doch was erwartete uns beim Workshop?
Nach einem Kennenlernen der anderen KursteilnehmerInnen, wurde uns ein erster
Einblick in den Sport geboten.
Zum ersten Mal sahen wir live wie Kyudo ausgeführt wurde. Es war sehr ruhig und
bedacht, doch trotz der langsamen Bewegungen war es keinesfalls langweilig, alle
waren eher gebannt und fasziniert.
Danach waren wir an der Reihe. Wir bekamen alle ein Ziehgummi, an dem man das
Aufspannen des Bogens übt. Uns wurde gezeigt wie man den Griff am Bogen ansetzt,
den man auch Tenouchi nennt, und danach wie man die Sehne, in unserem Fall das
Gummi, greift. Dieser Griff wird Torikake genannt.
Wir übten alle, um die Bewegungen zu verinnerlichen. Immer und immer wieder
spannten wir das Ziehgummi auf und bei jedem Aufspannen gab es etwas Neues, auf
das geachtet wurde.
In den Pausen konnte man sich mit den Vereinsmitgliedern unterhalten und sie alles
über den Sport und den Verein fragen.
Nach der ersten Pause gab es einen theoretischen Teil, in dem wir etwas über die
Geschichte des Kyudo lernten und Materialkunde hatten, um besser zu verstehen mit
was wir arbeiteten. Wir hatten auch die Möglichkeit uns Literatur zu Kyudo
anzuschauen und das erste mal die Pfeile in die Hand zu nehmen.
Nach dem Theorieteil, führten wir die ersten Übungen mit dem Bogen durch.
Wir wurden mit einem Bogen ausgerüstet und stellten uns an der Shai auf, welche
die Schießlinie ist und nicht überschritten werden darf. Dann erhielten wir eine
Einführung in die verschiedenen Formen des Bewegungsablaufes, die man Hassetsu
nennt. Wir bekamen alle einen erfahrenden Schützen an die Seite gestellt, der alles
Schritt für Schritt mit uns durchging, bis hin zum vollen Auszug des Bogens. Auch
diese Übung wurde wiederholt bis wir sie recht sicher beherrschten.
Gegen Ende des Workshops durfte jeder Teilnehmer noch zwei Pfeile auf das
Makiwara schießen.
Aus der Sicht von uns Teilnehmenden war das wohl der aufregendste Teil. Das
Schießen selbst ist noch mal ein komplett anderes Erlebnis als nur den Bogen
aufzuspannen, und trotz der Aufregung war es ein tolles Gefühl. Der Moment, in dem
der ganze Körper angespannt ist und man im vollen Auszug vor dem Makiwara steht, dann mit einer letzten Bewegung den Pfeil loslässt und anschließend die letzte
Spannung noch einen Augenblick im Körper spürt, bis sie verfliegt.
Abschließend, nachdem alle Teilnehmer die zwei Pfeile abgeschoßen hatten, war
noch einmal Zeit Fragen zu stellen, was den ganzen Tag abrundetet.
Nach dem Workshop bestand die Möglichkeit an vier weiteren Probestunden
teilzunehmen, um einen noch besseren Einblick in das Training und den Sport zu
bekommen. Das Angebot nahmen meine Schwester und ich auch war und freuten
uns schon auf die zusätzlichen Trainingseinheiten.
Nachdem wir auch diese abgeschlossen hatten war für uns klar, dass wir diesen
Sport weiterführen möchten und so reichten wir unsere Beitrittsunterlagen für den
Verein ein, um feste Mittglieder zu werden.
Seit dem sind wir regelmäßig zum Training gegangen und haben in der Zeit bereits
viel gesehen und Neues gelernt. Geburtstagsschießen, Prüfung, Handschuhe
anprobieren, schönes und schlechtes Wetter und auch der jetzige Umbau des Azuchi,
das alles sind schöne Erfahrungen, die wir nicht mehr missen möchten.
Wir freuen uns auf die weitere Zeit im Verein, und darauf weiter Kyudo auszuführen
und mehr über den Sport und seine Geschichte zu lernen.

Hamburg – Heki-Seminar

ein Bericht von Robin Garbacik

Nach langem Warten gab es dieses Jahr wieder die Möglichkeit an einem Heki-Seminar teilzunehmen und so habe ich mich mit zwei weiteren Kyudoka des Düsseldojo Anfang August nach Hamburg begeben. 

Das Seminar wurde mit einem Yawatashi von Matsuo-sensei (unserem japanischen Lehrer) und Sakamoto-san (ein Student aus Matsuos Dojo) eröffnet. Nach dem Yawatashi konnten wir uns im West-Dōjō einschießen. Dort war es auch das erste Mal, dass ich durch Kippfenster geschossen habe und ich hatte schon ein bisschen Sorgen, dass meine Pfeile dem Fensterrahmen zu nahe kommen. Zum Glück sind alle meine Pfeile sicher Richtung Azuchi geflogen und haben kein einziges Mal das Fenster berührt. 

Nach dem Einschießen haben wir dann in Dreier-Tachis vor Matsuo-sensei vorgeschossen und bekamen unsere erste individuelle Kritik. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Matsuo-sensei mein Tenouchi gelobt hat, obwohl dieses Lob nur bis zum Sanbun-no-ni ging. Da ich ab diesem Schritt mein Tenouchi verloren habe. 

Die meiste Zeit haben wir in 12-Pfeile-Rhythmus unter Feliks Hoff an unserer Technik gearbeitet. Aber nicht nur die Umsetzung der Technik stand im Vordergrund. Matsuo-sensei hat eine Vortrag über die ANKF gehalten. Durch diesen Vortrag konnte ich Einiges über den Weg des Bogens in Japan lernen. Vor allem über meinen Handschuh konnte ich viel lernen. Neben der Reparatur meines Handschuhs mit Felix hat Matsuo-sensei noch ein Vortrag über Schießhandschuhe gehalten. Welche es gibt, wie sie aufgebaut sind und wie man sie pflegen kann. Außerdem konnte ich ersten Erfahrungen im Bereich Azuchi Pflege machen. Wir haben zwar noch kein Azuchi aber das wird sich in naher Zukunft ändern und ich kann mit Sicherheit Verwendung für mein neues Wissen finden. 

Das Heki-Taihai kam aber auch nicht zu kurz. Das haben wir auch zwischendurch immer mal geübt und gegen Ende hatten wir dann die Möglichkeit, ein Hitotsu Mato za sharei (zeremonielles Schießen mehrerer Schützen auf ein gemeinsames Mato in knieender Form) mit einem Yatori zu machen. Ich habe mich auch direkt ohne zu zögern als Yatori gemeldet. Obwohl das Fünfer-Tachi das Lange Timing hatte, um mir die Zeit zu geben, die Pfeile zu holen, war das nach subjektivem Empfinden das schnellste Taihai bei dem ich je mitgewirkt habe. Das Beste war aber, das wir später noch selbst die Möglichkeit hatten, die Bewegung während eines Yawatashi zu üben. 

Zwischendurch hat Sakamoto-san noch einem Vortrag über das Praktizieren von Kyudo während der Schulzeit und als Student gehalten.

Zum Schluss konnten wir in den gleichen Tachi-Zusammenstellungen, wie am ersten Tag schießen vor den wachsamen Augen von Matsuo-sensei . Alle von uns haben es geschafft nach fünf Tage intensivem Training deutliche Verbesserungen zu erreichen. Was in meinen Fall zwar nicht heiß, dass ich große Fortschritte auf dem Weg des Bogens erreicht habe, aber ich befinde mich auf einem guten Weg. Und so sind wir dann alle mit neuen Korrekturen wieder zurück nach Hause gefahren.

Deutsche Enteki-Meisterschaft 2022

ein Bericht von Elijah Hirschfeldt

Der September stand kurz bevor und damit auch die alljährliche Deutsche Enteki-Meisterschaft.
Nach der spannenden Landesmeisterschaft in Schwerte sollte es jetzt auch für einige
Vereinsmitglieder runter nach Bayern gehen – worauf ich mich trotz der langen Anreise jedes Jahr freue.
Im Hotel in Manching, südlich von Ingolstadt, angekommen, wurden wir mit leckerem und
großzügig portioniertem Abendessen für den Wettkampf am nächsten Tag gestärkt.
Am nächsten Morgen ging es dann mit Sack und Pack die letzten Meter nach Bergheim, wo die Enteki ausgetragen werden sollte.
Auch dieses Jahr musste man die Bayern und die Berliner nicht missen, aber auch aus Hessen und Niedersachsen waren einige Schützen angereist.
Nachdem alle begrüßt waren, wurde dann das Gerät ausgepackt, sich umgezogen und wir
konnten uns unter blauem Himmel für den kommenden Wettkampf einschießen.
Lange hat sich das Wetter allerdings leider nicht gehalten und noch vor dem offiziellen Beginn flog das erste Zelt in einem Herbststurm übers Yamishi.
Auch das Hauptzelt drohte dem Sturm nicht standzuhalten, aber die aus ganz Deutschland
zusammengekommenen Kyudoka stellten sich zusammen auf, um das Zelt zu stützen und somit zu verhindern, dass der Wettbewerb ins Wasser fällt. Zusammen gegen den Sturm – das war ein beeindruckendes Bild.
Danach hat sich das Wetter aber zum Glück stabilisiert und wir konnten ohne weitere
Unterbrechungen schießen.
Am Ersten Tag fand der Teamwettkampf statt, in dem Bayern, Hessen, Berlin, NRW und zwei Mix-Teams sich miteinander gemessen haben.
Obwohl wir als Team NRW am Ende ins Stechen um den dritten Platz gekommen sind, ging er dieses Jahr nach einem wirklich ausdauernden Kampf an Hessen.
Den Zweiten Platz holte sich Berlin und den ersten Platz konnte Bayern im Heimspiel für sich entgegennehmen.

Bei einem gemeinsamen Abendessen konnten wir den Tag schließlich gemeinsam ausklingen lassen.
An Tag zwei ging es dann auch schon in die Einzelmeisterschaft.
Die NRW Schützen waren allerdings nicht durch ein einfaches Losverfahren zu trennen und so starteten drei unserer Schützen mit aufeinanderfolgenden Startnummern und dadurch auch im gleichen Tachi.
Obwohl wir alle gekämpft haben, konnten wir leider keine Platzierungen erzielen.
Den Fünften Platz erreichte Johannes Maringer mit 11 Treffern.
Der Erste Platz ging mit 17 Treffern an Christan Böhme aus Berlin.
Platze Zwei ging an Rolf Zimmermann (Berlin) mit 14 Treffern und den Dritten Platz holte sich Horst Riechers (Bayern) mit 13 Treffern. Herzlichen Glückwunsch an alle Sieger!

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

Frankfurt Open 2022

Ein Bericht von Peter Fey

September ist für uns wie auch in den Jahren zuvor der Wettkampfmonat. Hier finden in schneller Folge viele regionale und nationale Wettkämpfe statt. Dieses Jahr machten die Frankfurt Open, die in den letzten 2 Jahren durch Corona hatten ausfallen müssen, den Auftakt. Am 3. September fuhr ich mit 4 weiteren Kyudoka des Düsseldojo (Lydia, Steffi, Robin und Marvin) nach Frankfurt. Ich hatte schon viel vom neu gebauten Frankfurter Dojo gehört und war entsprechend neugierig. Das Dojo ist wunderschön und es war super, sich mit den Frankfurter Kyudoka über Dojo-und Azuchibau auszutauschen.

Für den Wettkampf waren 35 Teilnehmer gemeldet und damit war es tatsächlich einer der größeren Wettkämpfe an denen ich bis dato teilgenommen habe. Trotz dieser hohen Zahl an Schützen verging der sehr gut organisierte Wettkampf in Windeseile. Wir bildeten drei 9er und ein 8er Tachi, bei dem jeder Schütze eine feste Position hatte und konnten dann in insgesamt 5 Runden unsere insgesamt 20 Pfeile im freien Schießen auf die Matos bringen. Da ich im zweiten Tachi starte, konnte ich mir die ersten Schützen noch ansehen und war direkt überrascht, wie hoch das Niveau war. Gleich mehrere Schützen konnten im ersten Tachi 3 oder sogar 4 Treffer erzielen. Ich selbst hatte aber auch einen super Tag erwischt und konnte angespornt durch die wunderschöne Umgebung und den phänomenalen Apfelkuchen (Lob an den Bäcker!) direkt in Runde 1 alle Pfeile ins Ziel bringen. Auch meine Teamkollegen trafen direkt mehrfach. 

Für mich setzte sich das in den folgenden Runden fort. Am Ende hatte ich mit 18 von 20 möglichen Treffern einen kleinen Vorsprung auf Tobias Oswald aus Frankfurt (15 Treffer) und Jörg Knütter aus Karlsruhe (ebenfalls 15 Treffer). Das Stechen um Platz 2 konnten Tobias dann für sich entscheiden. 


Ich hatte defintiv nicht damit gerechnet, den Wanderpokal aus Frankfurt mitzunehmen und hatte (und habe) noch immer großen Respekt und fasse den kleinen Kerl nur mit Samthandschuhen an.
Er wird nun für ein Jahr über den Trainingsalltag im Düsseldojo wachen, bevor ich ihn wieder nach Frankfurt zurückbringe. Ich freue mich bereits jetzt wahnsinnig darauf, nächstes Jahr wieder nach Frankfurt zu fahren und hoffe auch wieder zahlreiche Vereinsmitglieder überzeugen zu können, mich auf der Reise zu begleiten. 

Die Frankfurt Open waren durch das ganze Ambiente, die tollen Gespräche und nicht zuletzt auch durch das leckere anschließende Barbecue ein Event, das mir lange im Gedächtnis bleiben wird (vor allem auch immer dann, wenn ich mit Glasreiniger den Wanderpokal poliere 🙂).

Bericht Landesmeisterschaft NRW 2022

ein Bericht von Peter Fey

Nachdem die letzten 2 Landesmeisterschaften coronabedingt im Herbst stattgefunden haben, konnten wir uns dieses Jahr zur gewohnten Sommerzeit mit den Kyudoka der anderen NRW Dojos messen.

Im Vorfeld hatten wir jeden möglichen Extratermin durch Brückentage und andere freie Tage genutzt, um noch die ein oder andere Trainingseinheit mehr absolvieren zu können. Dabei wurde nicht nur das Schießen selbst verbessert, sondern wir übten auch die Bewegungsform (Zasha Kyogi Maai), damit beim Wettkampf alles harmonisch in einem Fluss durchgeführt werden konnte.

Am 19. Juni war es dann so weit. Insgesamt 5 Kyudoka aus unserem Dojo machten sich auf den Weg nach Aachen, um sich dort der Herausforderung zu stellen. Unserem Trainer Johannes oblag als Landestrainer dort die Wettkampfleitung, unterstützt von Manfred Speidel, der die Begrüßung übernahm. Da wollten wir natürlich umso mehr beweisen, dass wir gut aufgepasst hatten. Nach der Auslosung der Teams und einem Yawatashi durch Johannes ging es dann auch direkt in den Teamwettkampf.

Insgesamt traten 6 Teams und 25 Einzelschützen an.

Während Darlene, Elijah und ich direkt für das Düsseldojo antraten, bildeten Marvin und Steffi mit den Mönchengladbachern Sabrina und Frank ein mixed Team.

Der Teamwettkampf bestand aus 4 Runden mit jeweils 4 Pfeilen. Und auch in diesem Jahr zeigte sich einmal mehr, dass die Aachener mit Malte, Friedgar und Jonas ein sehr starkes Team stellten, die sich souverän mit 32 von 48 möglichen Treffern den ersten Platz holten.

Für uns reichte es aber direkt dahinter mit 19 Treffern zum zweiten Platz, knapp vor den Bonnern, die sich im Stechen gegen das Kyudojo Ruhr durchsetzen konnten. Beide Mannschaften hatten 16 Treffer erzielt.

Ein schöner Erfolg für unser Dojo, aber um die Aachener zu schlagen, müssen wir wohl doch noch ein paar Trainingseinheiten zusätzlich einstreuen.

Im Anschluss wurden direkt die Positionen für die Einzel Meisterschaft schießen ausgelost.

Nach einer Stärkung war es dann auch so weit. Anders als in den Vorjahren wurde diesmal nicht im Turnier-Modus um den Sieg gekämpft, sondern in einem klaren 12-Pfeile Wettkampf. Jeder Schütze durfte 3 Mal mit jeweils 4 Pfeilen antreten.

Auch hier erwiesen sich Friedgar und Malte aus Aachen als (noch) nicht erreichbar. Mit 11 von 12 Treffern holte sich Friedgar vor Malte mit 10 von 12 Treffern den ersten Platz.

Der Kampf um den dritten Platz war für uns vom Düsseldojo besonders erfreulich, da Darlene, Elijah und ich selbst mit jeweils 7 Treffern ins Stechen um Platz drei gehen konnten. Der dritte Platz für unseren Verein war also schon einmal sicher.

Als Jüngster durfte Elijah anfangen und er zeigte Nervenstärke. Ein satter Schuss der das Mato oben rechts traf. Danach war ich dran und konnte meinen Pfeil leicht links unter der Mitte im Mato versenken. Und auch Darlene ließ es sich im Stechen nicht nehmen, noch einmal ihre Treffsicherheit unter Beweis zu stellen und platzierte ihren Pfeil sicher unten rechts im Mato.

Am Ende hatte ich knapp die Nase vorn, da mein Pfeil näher zur Mitte des Ziels steckte. Damit konnte ich mir den dritten Platz sichern.

Dieses Stechen mit zwei Vereinsmitgliedern, bei dem wir alle das Mato trafen, war definitiv eines der Highlights in meinen bisher etwas mehr als drei Jahren Kyudo.

Wir freuen uns bereits alle auf die Wettkämpfe, die in diesem Jahr noch kommen werden und wünschen dem NRW Team, dass zur deutschen Meisterschaft in Berlin fährt viel Erfolg und ausdauernd durchschlagend treffende Pfeile.

Workshops im Mai

ein Bericht von Peter Fey

Der Mai neigt sich dem Ende entgegen und es hat sich wieder viel getan. Der Azuchi-Bau schreitet stetig voran und wir konnten die ersten beiden Workshop diesen Jahres durchführen. Diesmal dann auch ohne größere Einschränkungen durch Covid.

Die Vorbereitungen mit zahlreichen Helfern liefen schnell und koordiniert. Inzwischen sind wir recht gut eingespielt. Die Anmeldung war aufgebaut, die Ziehgummis und Handschuhe lagen genauso bereit, wie Getränke für die beiden doch sehr schönen und warmen Workshoptage beider Workshops. Die Gäste konnten kommen.

Die Workshops liefen recht ähnlich ab. Nach einer kurzen Begrüßung durch unseren Trainer Johannes gab es zunächst eine Vorstellungsrunde. Für uns ist es immer wieder spannend zu hören, welche Beweggründe die Teilnehmer zu uns führen. Von reiner Neugier, über die Suche nach einem Ausgleich für viel persönliche Energie bis hin zu einer Sportart, die auch im fortgeschrittenen Alter problemlos ausgeführt werden kann.

Nach der Vorstellung konnten die Teilnehmer dann auch direkt einen ersten Eindruck davon gewinnen, wie sich Kyudo und die ganz eigene Atmosphäre in unserem Dojo anfühlt. Beim Vorschießen der älteren Schützen herrschte gespannte Stille.

Dieser erste Einblick war nur ein kleiner Vorgeschmack. Danach ging es direkt an die ersten Übungen mit dem Ziehgummi: Griff setzen, Aufziehen, Körper ausrichten – gar nicht so einfach, wenn es das erste mal gemacht wird und die Bewegung selbst doch recht ungewohnt ist.

Aber in beiden Workshops haben unsere Teilnehmer das super gemeistert.

Zur Auflockerung gab es zwischendurch immer wieder ein wenig Theorie zu Material, Geschichte und Dojo-Etikette. Und natürlich durften auch Trink- und Mittagspausen mit selbstgemachtem Sushi, Getränken und allerlei Knabbereien und Obst nicht fehlen.

Nach den Vormittags-Übungen mit dem Ziehgummi konnten sich unsere Gäste dann nach dem Mittag auch zum ersten Mal mit dem Bogen vertraut machen. Aufziehen, Flitschen und ein Gefühl für das Handling und die Maße des Bogens bekommen.

Danach wurde es auch schon ernst. Ziel eines jeden Workshops ist der Abschuss von zwei Pfeilen auf das Makiwara, also die Strohrollen, die in Sichthöhe aufgestellt sind. Und auch in unseren beiden ersten Workshops diesen Jahres haben alle Teilnehmer diese Aufgabe gut gemeistert und ihre Pfeile sicher im Makiwara versenkt.

Wir freuen uns bereits auf die beiden Workshops im Juni und Juli und alle Teilnehmer, die sich entschieden haben weiterzumachen und bei uns ein Probetraining für einen Monat zu machen.

Workshop 15. Mai

Workshop 22. Mai

Meine 4. Kyu Prüfung

ein Bericht von Chie Miyai

Am 30.04 2022 fanden die 5., 4. und 3. -Kyu Prüfungen statt.
Maximilian für die 5. Kyu-Prüfung fing an, dann kam ich mit der 4. Kyu-Prüfung und anschließend absolvierten Misato, Vicky und David ihre 3. Kyu-Prüfung.
Ich wurde kurzfristig am letzten Trainingstag zu dieser Prüfung zugelassen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Um so mehr musste ich mich anstrengen.


Als Maximilian fertig war, ging ich vor, grüßte meinen Prüfer/Trainer und stellte mich vor dem Makiwara auf. Ich holte tief Luft und begann. Ich versuchte, jeden Schritt von der Hassetsu in Ruhe auszuführen, wie ich es gelernt habe.


Als erstes kommt Ashibumi, und dann Dozukuri: Ich versuchte eine stabile Körperhaltung einzunehmen, dabei bemerkte ich mein schwaches (schmerzendes) linkes Knie. Hoffentlich kann ich meinen festen Stand bis zum Ende durchhalten!! Beim Yugamae versuchte ich mich an jede Bemerkung/Verbesserung meines Trainers zu erinnern und durchzugehen: Beim Tenouchi den Pfeil an der richtigen Stelle zu positionieren! dann Tenouchi: Tigermaul, Herzlinie!; Monomi. Ich hole noch einmal tief Luft und prüfe meine Körperspannung, bevor ich Uchi Okoshi ausübe. Linke Hand tiefer als die Rechte, Schulter nicht heben! Nun den Oberkörper öffnen, groß machen, links drücken und rechts ziehen, drücken, ziehen, drücken, ziehen….. bis der Pfeil die Höhe meiner Augenbraue erreicht Hineri nicht vergessen!! Sanbun no ni ist fertig. Nun kommt die anstrengendste Stelle – Tsumeai: die maximale Kraftaufwendung, das Ziel fokussieren und die Spannung halten. Hanare: kräftig die linke Hand drehen! und der Pfeil abschießen. Zanshin: Körperspannung noch halten, reflektieren und dann ausatmen. Geschafft!! Mein Pfeil steckt ziemlich mittig im Makiwara: Gott sei Dank!!


Bei der Kyu-Prüfung schießen wir zwei Pfeile hintereinander. Also wiederholte ich diese Prozedur erneut. Wieder versuchte ich, die Ruhe zu bewahren und auf die stabile Körperhaltung zu achten. Bei meinem zweiten Schuss merkte ich jedoch, dass meine Kraft nachließ und mein zweiter Pfeil nicht so kräftig und gerade flog. Dennoch war ich soweit mit meinen Schießen zufrieden.


Nach den praktischen 3. Kyu-Prüfungen kam noch die theoretische Abfrage der Sicherheitsordnung für alle Prüflinge. Wir alle konnten diese gut beantworten und wir haben unsere Prüfungen bestanden!! Anschließend haben uns alle unsere Vereinsmitglieder gratuliert und wir bekamen das Abzeichen der bestandenen Prüfung in unserem Kyudo-Pass. Was für ein aufregendes aber auch ein befreiendes Erlebnis!! Es macht einfach Spaß, sich zu trainieren und am Ende einen solchen Erfolg zu haben, auch wenn ich noch so eine Anfängerin bin!!


Chie Miyai

Koi Taikai 2022

in Bericht von David Wlazlo

Der Koi Taikai fand am 1. Mai zum ersten Mal seit zwei langen Jahren wieder bei uns im Düsseldojo statt. Da ich selbst erst 2020 dem Verein beigetreten bin, war dies mein erster Koi Taikai und die Vorfreude war entsprechend groß!

Am Tag zuvor hatten wir noch einige Kyu-Prüfungen durchgeführt, und konnten dann mit den neuen Graduierungen frisch den Koi Taikai antreten. An dieser Stelle nochmal herzliche Glückwünsche zu den bestandenen Kyu Prüfungen an

– Max zum 5. Kyu

– Chie zum 4. Kyu

– Vicky und Misato zum 3. Kyu

Ich selber habe auch die Prüfung zum 3. Kyu erfolgreich bestanden und habe vor kurzem erst meinen ersten eigenen Bogen gekauft.
Mit neuer Graduierung, eigenem Bogen und großer Spannung habe ich mich dann am Sonntag ins Dojo aufgemacht. Um 11:00 Uhr haben wir uns alle im Dojo getroffen und mit den Vorbereitungen angefangen.

Neben den normalen Vorbereitungen wie Dojo putzen und Matos aufhängen, haben wir außerdem eine lange Leine vom Dojo zu den Matos angebracht und dort Koi-Windsäcke (auf japanisch: „Koinobori“) aufgehangen.
Neben der Kamiza warteten die Matos in verschiedenen Größen mit den aufgemalten Koi Fischen schon darauf, an den Pfeilfängern angebracht zu werden.

Das ganze Dojo war im Zeichen des Kois verziert und hatte eine super Atmosphäre geschaffen. Danach haben wir uns alle umgezogen, im Dojo begrüßt, und um 12:00 Uhr zu allererst das Vorschießen von unserem Trainer Johannes anschauen dürfen.
Johannes hatte heute hierzu einen Kimono angezogen. Ich fand, dass sein Vorschießen im Kimono besonders elegant aussah und freue mich jetzt schon darauf irgendwann selber mal im Kimono schießen zu dürfen.

Nachdem wir dann die Reihenfolge der Schützen ausgelost und die Koi Matos angebracht haben, ging es dann endlich mit dem Wettbewerb los! Es gab fünf Matos in verschiedenen Größen. Auf Mato 1 hing das größte Mato, welches größer war als die normalen Matos, auf die wir sonst immer schießen. Auf Mato 2 hing ein Mato in üblicher Größe. Auf Mato 3 bis 5 hingen dann noch kleinere Matos, bei denen ich mir dachte, dass es eine große Herausforderung für mich wird, diese zu treffen. Aber ich habe mich gefreut, mich dieser Herausforderung zu stellen!

Mit 17 Schützen hatten wir drei volle fünfer Tachis und einen zweier Tachi gebildet. Wir haben in jedem Durchgang 4 Pfeile im Heki-Stil in der Standform geschossen. Nach jedem Durchgang wurde die Trefferansage gemacht und die Pfeile geholt, und dann die Reihenfolge der Schützen um eins weiter rotiert, damit jeder Schütze einmal auf jedes Mato schießen kann.

Ich selber war im zweiten Tachi auf Position 5 – musste also direkt mit dem schwierigsten Mato anfangen und habe es leider nicht treffen können. Ich habe es aber als gute Vorbereitung für die größeren Matos angesehen.
Meine ersten Treffer konnte ich dann mit dem Mato in üblicher Größe und dem großen Mato erzielen können. Beim letzten Mato habe ich sogar drei von vier Pfeilen treffen können, was mich sehr gefreut hat.

Ich war sehr von unseren erfahreneren Kyudoka beeindruckt, die regelmäßig die Hälfte oder mehr als die Hälfte ihrer Pfeile getroffen haben – auch auf den kleineren Matos. Am Ende gab es ein Stechen zwischen der Gewinnerin der letzten drei Koi Taikais Darlene, Peter, und Oda-san, welche jeweils 8 von 20 Pfeilen getroffen haben! Es wurde nochmal sehr spannend und wir haben alle mitgefiebert, als Oda-san dann schließlich das Stechen gewann und als Sieger des diesjährigen Koi Taikais hervorging. Den zweiten Platz hat Darlene eingenommen und Peter hat sich den dritten Platz gesichert.

Nach der Preisverleihung und einem gemeinsamen Gruppenfoto, gab es noch ein kleines Event zum Schluss. Zufälligerweise hatte ich an dem Tag nämlich auch Geburtstag und wir haben noch ein Geburtstagsschießen gemacht. Es wurden ein kleines Mato und drei Luftballons auf einem Pfeilfänger angebracht, und jeder durfte einen Pfeil abschießen.

Der erste Pfeil von mir ging nur ganz knapp am Luftballon vorbei! Mittlerweile war es schon spät am Nachmittag – was mich sehr überrascht hat, da die Zeit wie im Fluge verging. Wir haben uns also alle zurück zum Vereinsheim begeben, umgezogen, und mit den Vorbereitungen für das Grillen und dem gemeinsamen Essen angefangen. Viele Mitglieder haben etwas mitgebracht, sei es Getränke, Grillfleisch, Gemüse, Brot, Kuchen oder Saucen und wir haben den Tag zusammen noch ausklingen lassen.

Alles in allem war es ein wirklich wunderschöner Tag und ich freue mich jetzt schon auf den Koi Taikai 2023.

Lehrgang und Prüfung in Erlangen

ein Bericht von Robin Garbacik

Es ist Ende Februar und wir (Elijah (Anwärter 1. Kyu ), Marvin (Anwärter 2. Kyu) und ich (Anwärter 3. Kyu ) begeben uns für einen Prüfungslehrgang nach Bayern. Für mich waren die Tage vor unserer Abreise mit sehr viel Aufregung und Vorfreude gefüllt, da es nicht nur mein erste Mato Prüfung ist, sondern auch meine erste externe Prüfung. 

Der eigentliche Lehrgang begann mit einem ANKF-Yawatashi der drei Lehrer/Prüfer und den zwei Beisitzern. Danach konnten wir auch direkt unseren Fortschritt auf dem Weg des Bogens demonstrieren. Nach einer gemütlichen Pause haben wir dann auch unsere ersten Korrekturen in Technik und Taihai bekommen, die ich sogar direkt beim ersten mal gut hinbekommen habe, worüber ich mich sehr gefreut habe. Aber wir sind ja noch im Taihai also keine Miene rühren – mehr oder weniger. 

Aber nicht nur die Technik stand im Vordergrund. Kyudo ist ein sehr vielseitiger Sport und so haben wir neben der Praxis auch sehr viel Theorie vermittelt bekommen. Einiges kannte ich schon, von Vielem habe ich zumindestens mal gehört, aber eigentlich habe ich in jedem Punkt neue Aspekte mit neuem Wissen gefunden. 

Den ersten Tag haben wir mit einem gemeinschaftlichen Essen ausklingen lassen. Die Kyudo-Gemeinschaft ist eine sehr vielseitige und diverse Gruppe und so ging der Abend mit vielen interessanten Gesprächen schnell zu Ende. 

Der nächste Tag fing mit einem freien Einschießen an und einer ausführlichen Shitsu Erklärung. Nach der Erklärung haben wir dann die Möglichkeit gehabt, Shitsu zu üben. Vor allem den Sehnenriss. Das ist zwar kein schweres Shitsu, aber ist nicht zu unterschätzen, wenn man noch irgendwie sein Bogen und Pfeil halten will. Nach einer kurzen Pause, in der uns wieder etwas Theorie vermittelt wurde, ging dann alles sehr schnell. Wir haben noch einmal ein Testdurchlauf mit allen Tachis gemacht und dann war es soweit. 

Wir alle haben natürlich bestanden. Unser Motto war ja auch „Versagen ist keine Option!“. In der Prüfung ist mir bei meinem ersten Pfeil selbst aufgefallen, dass mein Nobiai nicht gut war. Dies habe ich bei meinem zweiten Pfeil versucht zu verbessern. Das ist auch den Prüfern aufgefallen und ich wurde später für meine Verbesserung des Nobiai gelobt und habe noch weitere konstruktive Kritik bekommen. 

Das ganze Wochenende ging sehr schnell zu Ende. Ich freue mich schon auf meine nächste Prüfung,denn „Nach der Prüfung ist vor der Prüfung.“

Ich möchte mich bei Ingrid, Andreas, Stefan, Wolfgang, Marion und den Helfer für den schönen Lehrgang bedanken.

Stadtsportbund Düsseldorf berichtet über unseren Azuchibau:

#VereinsnewsGute Nachrichten für den Kyudo Verein Düsseldojo e.V. – „Kyudo in Düsseldorf“ . Der Klub erhält aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätte“ der Landesregierung NRW 83 000 Euro, um damit die Vereinsanlage in #Hamm mit einem neuen Pfeilfang (Azuchi), einer überdachten Sandaufschüttung in japanischen Stil, die die Pfeile sicher aufnimmt, zu erweitern. Der Verein wurde 2013 gegründet und betreibt die traditionelle japanische Kunst des Bogenschießens. Das Dojo besteht derzeit aus einem Rundbogenzelt. Von dort wird auf eine in 28 Metern entfernte Zielscheibe mit 36 cm Durchmesser geschossen. Weil die Pfeile die Scheiben durchschlagen können, soll nun ein neuer Pfeilfang gebaut werden. Der alte wurde 2017 bei einem Sturm zerstört. Derzeit betrieben etwa 40 Frauen und Männer Kyudo und nehmen regelmäßig an Wettkämpfen und Prüfungen teil, die ein wichtiger Bestandteil des Kyudo sind. Um mit dem asymmetrischen Bogen von 221 cm Länge umzugehen, bedarf es einiger Übung. Der Anfänger übt zuerst mit Ziehgummi und schießt mit leichtem Bogen auf kurze Entfernung von etwa 2 m. Erst der Fortgeschrittene Kyudoka kann seine Pfeile auf die Scheibe schießen und treffen.Der Verein Düsseldojo zählt zu den Größten in NRW mit eigener Schiessanlage. „Mit den Fördermitteln und dem neuen Azuchi, sowie dem Sportzubehörbau gehen wir den nächsten Schritt, ein authentisches Kyudojo in Düsseldorf zu errichten“, sagt der Vorsitzende Johannes Maringer.

Hier geht es zum Beitrag auf der Facebook Seite des Stadtsportbund Düsseldorf: https://www.facebook.com/SSBDuesseldorf/posts/139737098447776