Hamburg – Heki-Seminar

ein Bericht von Robin Garbacik

Nach langem Warten gab es dieses Jahr wieder die Möglichkeit an einem Heki-Seminar teilzunehmen und so habe ich mich mit zwei weiteren Kyudoka des Düsseldojo Anfang August nach Hamburg begeben. 

Das Seminar wurde mit einem Yawatashi von Matsuo-sensei (unserem japanischen Lehrer) und Sakamoto-san (ein Student aus Matsuos Dojo) eröffnet. Nach dem Yawatashi konnten wir uns im West-Dōjō einschießen. Dort war es auch das erste Mal, dass ich durch Kippfenster geschossen habe und ich hatte schon ein bisschen Sorgen, dass meine Pfeile dem Fensterrahmen zu nahe kommen. Zum Glück sind alle meine Pfeile sicher Richtung Azuchi geflogen und haben kein einziges Mal das Fenster berührt. 

Nach dem Einschießen haben wir dann in Dreier-Tachis vor Matsuo-sensei vorgeschossen und bekamen unsere erste individuelle Kritik. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Matsuo-sensei mein Tenouchi gelobt hat, obwohl dieses Lob nur bis zum Sanbun-no-ni ging. Da ich ab diesem Schritt mein Tenouchi verloren habe. 

Die meiste Zeit haben wir in 12-Pfeile-Rhythmus unter Feliks Hoff an unserer Technik gearbeitet. Aber nicht nur die Umsetzung der Technik stand im Vordergrund. Matsuo-sensei hat eine Vortrag über die ANKF gehalten. Durch diesen Vortrag konnte ich Einiges über den Weg des Bogens in Japan lernen. Vor allem über meinen Handschuh konnte ich viel lernen. Neben der Reparatur meines Handschuhs mit Felix hat Matsuo-sensei noch ein Vortrag über Schießhandschuhe gehalten. Welche es gibt, wie sie aufgebaut sind und wie man sie pflegen kann. Außerdem konnte ich ersten Erfahrungen im Bereich Azuchi Pflege machen. Wir haben zwar noch kein Azuchi aber das wird sich in naher Zukunft ändern und ich kann mit Sicherheit Verwendung für mein neues Wissen finden. 

Das Heki-Taihai kam aber auch nicht zu kurz. Das haben wir auch zwischendurch immer mal geübt und gegen Ende hatten wir dann die Möglichkeit, ein Hitotsu Mato za sharei (zeremonielles Schießen mehrerer Schützen auf ein gemeinsames Mato in knieender Form) mit einem Yatori zu machen. Ich habe mich auch direkt ohne zu zögern als Yatori gemeldet. Obwohl das Fünfer-Tachi das Lange Timing hatte, um mir die Zeit zu geben, die Pfeile zu holen, war das nach subjektivem Empfinden das schnellste Taihai bei dem ich je mitgewirkt habe. Das Beste war aber, das wir später noch selbst die Möglichkeit hatten, die Bewegung während eines Yawatashi zu üben. 

Zwischendurch hat Sakamoto-san noch einem Vortrag über das Praktizieren von Kyudo während der Schulzeit und als Student gehalten.

Zum Schluss konnten wir in den gleichen Tachi-Zusammenstellungen, wie am ersten Tag schießen vor den wachsamen Augen von Matsuo-sensei . Alle von uns haben es geschafft nach fünf Tage intensivem Training deutliche Verbesserungen zu erreichen. Was in meinen Fall zwar nicht heiß, dass ich große Fortschritte auf dem Weg des Bogens erreicht habe, aber ich befinde mich auf einem guten Weg. Und so sind wir dann alle mit neuen Korrekturen wieder zurück nach Hause gefahren.