Ein Bericht von Peter F. / Bilder von Stefan B.
 
Für einige Dinge im Leben scheint es ungeschriebene Gesetzmäßigkeiten zu geben, so auch im Kyudo.
In diesem Fall ist die Tatsache, dass wir mindestens einmal im Jahr ein Turnier oder eine Prüfung bei sehr hohen Temperaturen haben. Für dieses Jahr war das ganz klar die “Hitzeschlacht von Karlsruhe” alias Deutsche Meisterschaft 2026.

Bei 39 Grad Außentemperatur und noch einem Grad mehr in der Halle starteten wir Samstag zunächst mit der 39. Deutschen Sempai-Meisterschaft. Die Sempais gingen mit gutem Beispiel voran und führten den Wettkampf über drei Runden im Kimono durch. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie warm es mit der zusätzlichen Lage Stoff gewesen sein muss.
Am Ende konnte sich hier Markus Hanssler aus Niedersachsen durchsetzen mit 9 von 12 Treffern. Ein gelungener Einstieg für seine erste Sempai-Meisterschaft, nachdem er im April in Frankfurt seinen Godan bestanden hatte.
Direkt dahinter holte Shigeyasu Kameo für Nordrhein-Westfalen den zweiten Platz mit 6 Treffern, dicht gefolgt von Feliks F. Hoff aus Hamburg mit 5 Treffern.

Nach einer Trinkpause und einer kurzen Erläuterung zum Wettkampfablauf startete dann auch bereits die 48. Deutsche Einzel-Meisterschaft mit zwei Pfeilen im Shinsa-Mae bzw. wie wir es schlicht nennen “die Stilwertung”.
Hier waren Treffer zwar das Sahnehäubchen obendrauf, aber es kam vor allem darauf an, die Wertungsrichter mit der eigenen Schieß- und Taihai-Form zu überzeugen.
Nur die 15 Schützen mit den besten Stil-Bewertungen kamen weiter.
Für Nordrhein-Westfalen kam leider nur ich selbst weiter in die zweite Runde mit dem fünften Platz nach Stilwertung. Die Stilwertung gewann Andrea Knafla aus Berlin.

Danach gab es eine kleine Änderung gegenüber den Deutschen Einzelmeisterschaften der letzten Jahre. Es wurde kein Tournament-Modus mit KO-Schießen mehr durchgeführt, sondern schlicht 2 weitere Runden mit jeweils 4 Pfeilen im Wettkampftiming. Das ging deutlich schneller als die KO-Variante und war bei der Hitze auch sehr willkommen. Zu diesen insgesamt 8 Pfeilen wurden noch die Treffer der Stilwertung hinzugezählt.

Am Ende konnte sich hier Bernhard Weller aus Baden-Württemberg mit 7 von 10 Treffern durchsetzen.
Platz 2 ging an Jan Filip Ruzicka aus Hessen mit 6 von 10 Treffern der im Stechen Anna Rykov ebenfalls aus Hessen, bezwang. Auch Anna hatte vorher bei 6 von 10 Treffern gelegen.

Nach diesem ersten langen Tag hatten sich alle redlich ihre Pause und Abkühlung verdient. Für viele Teilnehmer des ersten Tages ging es auch direkt am Sonntag weiter, bei mehr als 40 Grad Celcius.

Dank der hervorragenden Organisation, vieler kleiner Trinkpausen und Extrapausen zwischen den insgesamt 3 Runden des Teamwettkampfes der 48. Deutschen Mannschafts-Meisterschaften lief aber alles wunderbar ohne Hitzeausfälle.

Wie bereits im letzten Jahr stand nach den 3 Runden der erste Platz fest, aber die Plätze 2 und 3 mussten zwischen insgesamt 3 Teams ausgeschossen werden.
Mit 22 von 36 Treffern konnte sich Team Bayern (N. Wolfsteiner, J. Buchs, M. Lenz, M. Griesmann) direkt auf Platz 1 setzen und musste nicht nochmal Stechen. Dafür durften sie noch einmal das Nosha, die Siegerzeremonie am Ende der Wettkämpfe schießen.

Der Kampf um Platz 2 und 3 wurde zwischen den Teams aus NRW, Hamburg und Niedersachsen ausgetragen, die allesamt denkbar knapp mit 21 von 36 Treffern hinter den Bayern lagen.

In der ersten Runde des Stechens, konnte unser Team aus NRW (M. Toyama, A. Lüttringhaus, K. Woronow, P.Fey) sich auch direkt mit 2 von 3 Treffern durchsetzen und den 2. Platz sichern. Hamburg und Niedersachen hatten jeweils nur einen von drei Pfeilen getroffen.
Der zweite Pfeil im Stechen sorgte dann aber auch schnell für Klarheit und Hamburg (H. Minx, M. Kramer, F. F. Hoff, C. Brandl-Hoff) konnte sich den 3. Platz holen.

Damit ging ein spannendes und sehr heißes Wettkampfwochenende zu Ende und wir konnten uns nach einer kurzen Abkühlung und Stärkung auf den Heimweg machen.

Ich möchte mich an dieser Stelle sehr bei den Wettkampfrichtern, den Wertungsrichtern und all den fleißigen Helfern bedanken, die sich mit uns gemeinsam durch die Hitzeschlacht von Karlsruhe gekämpft haben und die Meisterschaft zu einem rundum gelungenen Event gemacht haben.

Hoffentlich sieht man sich nächstes Jahr wieder bei den deutschen Meisterschaften, dann vielleicht etwas später im Jahr bei angenehmeren Temperaturen.